Das Modellflugzeugprojekt – Teil 2

Der Plan

Der Plan war eigentlich keiner. Er bestand eher aus ein paar Überlegungen und einem groben Überblick, dass irgendwie Tragflächen und Rumpf vorhanden sein müssten. Die Ausgangspunkte sahen ungefähr so aus:

  • Es soll fliegen können (wichtig)!
  • Wenn es mal nicht geflogen ist, dann soll es wenigstens einfach zu reparieren sein.
  • Am besten soll es gar nicht erst kaputt gehen, wenn es mit 200 km/h im Boden einschlägt.
  • Aus Transportgründen nicht zu groß und mit abnehmbarer Tragfläche.
  • Elektromotor weil sauberer und LEISER.
  • So ’n kleines bisschen Kunstflugtauglichkeit wäre nicht schlecht.

Daraus folgten dann einige Konsequenzen. Nach unendlich viel Surfen im Netz und einigen Ratschlägen hatte ich dann so einen groben Überblick, was es so an Material gibt, was in Frage kommt und wie sich das Ganze so auswirkt.

Die Hardware

Als Baumaterial sollte es Depron sein. Im hiesigen Modellbauladen gab ’s das Zeug in Platten in 900mm x 400mm x 6mm. Super. Das Gesamtgewicht sollte dann irgendwo zwischen 500g und 1000g liegen.

Hier ein Bild des ersten Einkaufs, der auf den Vorüberlegungen basiert.

erster Einkauf

Das Equipment

Die Fernsteuerungsanlage

Graupner MC-12. Ich kenne jemanden, der die hat und damit sehr zufrieden ist. Sie ist preiswert und sollte vom Funktionsumfang auch für zukünftige Modelle mehr als ausreichend sein. Die Programmierung ist ohne Handbuch nicht zu machen, aber auch nicht sonderlich kompliziert. Bis jetzt bin ich damit auch sehr zufrieden.

Motorisierung

Bürstenloser AXI 2217/16 mit Jeti 30A Regler und Programmierkarte. Ich habe einen dieser Torquemotoren mal in Aktion erlebt und war hellauf begeistert von der (subjektiven) Leistung. Natürlich etwas teurer als ein Standardantrieb, aber dafür wartungsfrei und vom Wirkungsgrad besser weil ohne Getriebe. Für Technophile natürlich auch ein Leckerbissen. Mit der richtigen Luftschraube kann das Ding wohl bis zu 1,2kg Standschub bringen. Klingt doch schon mal nicht schlecht. Bei der Auswahl sehr hilfreich war vor allem diese Seite hier. Auch sehr schön erklärt diese Seite alles, was sich um Motorleistungen, Luftschrauben etc. dreht. Die Programmierkarte macht die Einstellung des Reglers zu einem Kinderspiel und war auch nicht teuer.

Akku und Ladetechnik

1000mAh 20C Lithium(Ionen)-Polymerakku. Ich glaube Hausmarke im hiesigen Modellbauladen und preisgünstig. Natürlich auch wieder teurer als das ganze Nickelzeug, aber Stand der Technik und vor allem leicht. Die Flugzeit wird sich zeigen. Habe ihn auch ein bisschen nach den Abmaßen ausgewählt. Die maximalen 20A Strom könnten etwas knapp werden, aber da kommt ja auch noch die Luftschraube in ’s Spiel.

Passend dazu natürlich einen Balancer (Graupner), damit die 3 Zellen in Reihe auch immer auf gleiche Spannung gebracht werden können. LiPos sollen ja sehr empfindlich gegenüber Überladung und Tiefentladung sein.

Als Ladegerät habe ich mich für das Swallow AC/DC 2 entschieden. Kann akkutechnisch so ziemlich alles laden (auch LiPos und die Fernbedienung, bei der kein Ladegerät dabei war). Außerdem kann man sowohl 240V~ als auch 12V Als Spannungsquelle wählen.

Klebstoff

Material ist 6mm Depron, das es auch von Graupner im Modellbauhandel gibt. Soll auch irgendwie im Baumarkt als Untertapete erhältlich sein, aber nicht bei mir in der Nähe.
Zum Verkleben braucht ’s lösemittelfreien Klebstoff, da das Depron sonst wie auch Styropor usw. einfach wegschmilzt. Das äußert sich dann in Lochfraß (der nichts mit Waschmaschinen zu tun hat). Ich hab dafür 5min Epoxy, weil der bombenfest wird und ich damit auch schon gute Erfahrungen gemacht habe. An einigen Stellen waren mir die 5 Minuten dann aber doch etwas zu wenig Zeit und es kam leichte Hektik auf.

Dann habe ich noch dünnflüssigen Sekundenkleber, der sich aber nicht so richtig gut bewährt hat. Ist zwar leichter und sparsamer anzuwenden als Epoxy, braucht aber oft deutlich länger zum Trocknen (!) und fließt zu gerne in die Poren, wo er dann auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Ich habe gelesen, dass mittelflüssig bis dickfüssig wohl die bessere Wahl gewesen wäre, aber die Sache mit der Trocknungszeit… Prinzipbedingt ist Sekundenkleber ideal für perfekt glatte Flächen, die plan aufeinander liegen. Da hält er dann auch atombombensicher innerhalb von Sekunden, aber wann hat man das schon im Modellbau? Diese Cyanacrylatkleber härten durch überall vorhandene Feuchtigkeit aus. Ein kleiner Tropfen, der irgendwo umher liegt, braucht manchmal schon einige Stunden um genug Luftfeuchtigkeit zum völligen Aushärten einzusammeln. Kommt man dann zwischendurch mal mit dem Finger ran, dann klebt man plötzlich atombombensicher fest. Also irgendwie bin ich mit dem Sekundenkleber nicht warm geworden.

Zubehörkram

  • Normales Klebeband, durchsichtiges Paketklebeband und schmales Glasfasertape für’s Grobe.
  • einige Kabel und Stecker, damit auch alles zusammenpasst.
  • Schrumpfschlauch
  • 6mm x 0,5mm Kohlefaserrohr als Verstärkung für die Tragfläche
  • ein skalpellartiges Bastelmesser

04. März 2008 von Christian

 
 

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