Dokumentation der Reparatur meines Fliegers

Also, nachdem die Umstände des Absturzes geklärt sind, kommt die Reparatur. Glücklicherweise ist nur der vordere Teil (vor der Tragfläche) beschädigt. Die Tragfläche selbst und der größte Teil der Rumpfes ist noch voll intakt. Nachdem also die kaputten Stellen herausgeschnitten wurden und ein neuer Akku sowie eine neue Luftschraube gekauft wurde, sieht das Ensemble so aus:

Rest

Da, wo was fehlt, da muss wieder was hin: zwischen Motor und Restflugzeug. Ein weiteres Problem ist, dass es den alten Akku nicht mehr nach zu kaufen gibt. Ich musste also eine Nummer größer wählen: 1350 mAh anstatt 1000 mAh. Das bedeutet mehr gespeicherte Energie aber auch höheres Gewicht und größere Abmaße. Das könnte zum Problem werden.

Der letzte Absturz war ja nachweislich durch eine extrem kalte Lötstelle verursacht. Ich erinnere mich noch, wie ich geflucht habe, als der billige 15 W Lötkolben sich als ungeeignet erwies. Aber ich lerne ja dazu:

Lötkolben

Ein uraltes Teil, die Spitze ist der Horror, aber es hat Power! Damit löte ich dieses Mal die Stecker an den Akku.

Das nächste Problem habe ich vorhin schon angesprochen: Der neue Akku ist größer als der alte. Deswegen muss jetzt Platz geschaffen werden:

neuer Akku

Hier musste ein Teil der alten Seitenwand weichen. Da sich auch das Gewicht erhöht hat, muss der Schwerpunkt neu angepasst werden, damit die Karre nicht zu kopflastig wird. Der Motor soll also etwas weiter nach hinten und damit wird der Platz noch weniger. So ungefähr soll es dann aussehen:

irgendwie so

Wenig Platz für Kabel.

Jetzt erst einmal das Grobe reparieren. Die Seitenwände und der Boden werden mit Epoxy und Zahnstochern am Restrumpf festgeklebt. Dann kommt der intakte Teil mit dem Motorspant mit besonders viel Epoxy dazu. Dann sieht es schon wieder ganz ordentlich aus.

erste Wiederherstellung

fast fertig

Das Loch in der Seite, das für den neuen Akku geschaffen wurde, muss nun wieder verschlossen werden. Am besten mit einem Stück Depron. Dann wird es vorne zwar dicker, aber ist auch wieder so stabil wie vorher:

So weit, so gut.

Wie man sieht, musste der Schalter jetzt fest eingebaut werden, da vorne, wo er vorher immer einfach umher hing, einfach kein Platz mehr ist. Auch die Kabel zum Motor mussten etwas in die Ecke gequetscht und dort fixiert werden:

Knoten

Damit ist die Gurke mehr oder weniger wieder einsatzbereit:

FERTICH

Vorne ist sie generell etwas kürzer geworden wegen des erhöhten Gewichtes des Akkus. Dann fehlen nur noch einige Kleinigkeiten:

im Zeitalter von Web2.0

Waage

In Zeiten von Web2.0 gibt es jetzt also auch eine Gurke v.02!

Wo unsere alte Küchenwaage (5 EUR) damals noch zwischen 400 g und 500 g anzeigte (je nachdem, von wo man guckt), zeigt die neueste Errungenschaft (viel, viel mehr EUR) bei der reparierten Gurke jetzt 583 g. Das kann nicht nur der Akku und das Bisschen Epoxy sein. Was lernen wir daraus? Billige Küchenwaagen sind sch****.

18. März 2008 von Christian

 
 

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Kommentare, Fragen und Tipps

5 Beiträge zu “Dokumentation der Reparatur meines Fliegers”

  1. Linus schreibt am 20. März 2008 um 10:46:

    Junge, das kommt nicht auf die Lötkolbenpauer an, sondern auf die Löttechnik. Den TV konnte man doch auch mit meiner Löte reparieren 😉
    Nächste Mal löt ich Dir das oder ich zeig Dir nochmal wie’s geht 😉
    Bis dann!

  2. Christian schreibt am 21. März 2008 um 13:16:

    Na ja. Also wenn man so dicke Kabel hat, dann wird es schon schwer, das alles auf Temperatur zu kriegen. Der Akku soll 24A Maximalstrom geben können und dann möglichst ohne Leitungsverluste… Auf ’ne Platine findet man das eher selten. Es ging jedenfalls viel besser mit mehr Power. 🙂

  3. Technikfreun.de » Kurzeindruck zum Skalieren mit Gimp schreibt am 21. März 2008 um 13:52:

    […] bietet für die Skalierung verschiedene Interpolationsfilter an. Ich benutzte anfangs Lanczos für diese Bilder. Das Ergebnis ist irgendwie nicht so zufriedenstellend gewesen. Die Kanten sind teilweise extrem […]

  4. Linus schreibt am 22. März 2008 um 09:00:

    He, da gabs schon dicke Löstellen auf der Platine (Zeilenendstufentransistor, Netzteil)… Außerdem wird die Löte immer so heiß, dass schon die Spitze wegglüht 😉

  5. Technikfreun.de » Die Gurke - ein Update schreibt am 31. Mai 2008 um 13:49:

    […] gab ja den einen Absturz, und danach die Rekonstruktion. Ansonsten kam es nur öfter zu harten Landungen. Dabei kam es allzu oft vor, dass die Luftschraube […]

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