Odyssee im Softwaredschungel – ein Beitrag ohne Bilder.

Liebe Technikfreunde,

das letzte Wochenende habe ich vor meinem PC verbracht. Warum? Wegen Windoof.

Ich habe doch ein neues Spielzeug. Nach dem Kauf stellte sich heraus, dass die mitgelieferte Software nur WinXP unterstützt. Nicht so schlimm, man kann ja trotzdem mp3-Dateien per drag und drop übertragen und die funktionieren dann auch. Leider orientiert sich der Player nicht an der Ordnerstruktur, sondern an den id3-Tags in den Dateien. Durch die jahrelange Sammlung, bei der ich mich nie um diese Tags gekümmert habe, kommt ein ziemliches Durcheinander zustande, und man findet folglich auf dem Gerät nichts wieder. Ein heilloses Durcheinander, wenn man wirklich die 4 GB voll gemacht hat.

Alles kein Problem, dann muss man eben in den sauren Apfel beißen, und mal Ordnung in die Sache bringen. Gesagt, getan. Ich habe mir also einen Tag-Editor downgeloaded und angefangen, Ordnung und Struktur zu schaffen. Funktioniert hat es auch – teilweise und willkürlich. Bei vielen Sachen waren einfach noch die alten Tags vorhanden, die veränderten aber auch und irgendwie habe ich mit dem Editor da nichts mehr ausrichten können. So’n Schrott, dachte ich und habe angefangen zu recherchieren. Diese id3-Tags sind kein Standard, wie man z.B. hier nachlesen kann. Das ist so gewachsen und anscheinend kann man froh sein, wenn sie überhaupt funktionieren. Ich weiß schon, warum ich die Ordnerstruktur lieber mag.

Ich benutze Win2k, weil es für mich bis heute keinen Grund gab, auf XP umzusteigen. Mittlerweile treffe ich aber immer wieder auf Software, die Win2k absolut nicht mehr unterstützen will. Nach dem Kauf des neuen Spielzeugs wollte ich jetzt also gleich die Chance nutzten und umsteigen. Das lief ungefähr so:

  • Daten auf eigener Partition gesichert
  • InstallationsCD rein und reboot
  • Installer startet und ich wähle als Ziel die alte Win2k Partition (NTFS) aus
  • Weiter laufen lassen und dann Neustart
  • Fehlermeldung (Ich weiß den genauen Wortlaut nicht mehr) WinXP kann jedenfalls nicht von der Platte starten – TOLL!
  • Also noch einmal von vorne – diesmal die alte Win2k Partition neu formatiert
  • Gleicher Fehler – SUPER! Was nun? Linux booten ist jetzt nicht mehr so einfach, weil der Bootloader servicefreundlich von der XP-Installation überschrieben wurde.
  • Vorausschauend wie immer habe ich eine SuperGrubCD zu liegen, die Linux oder Windows auch ohne Bootloader oder bei Problemen mit dem MBR starten kann. Außerdem sind noch ein paar andere nützliche Tools drauf.
  • Linux gebootet und das ganze Ausmaß der Katastrophe erkannt: Der WinXP-Installer hat die Datenpartition (die er eigentlich nur in Ruhe lassen sollte) teilweise willkürlich zerstört. Schön. Also schnell retten, was zu retten ist, schwarzärgern und auf Microsoft fluchen. Und natürlich nachforschen.
  • Nochmal schwarzärgern!

Das Problem ist eines, das ich aus Zeiten von Win2k kenne und schon wieder vergessen hatte. Vielleicht liegt das daran, dass WinXP neuer, innovativer und besser sein soll, und ich nicht damit gerechnet habe, dass die Standardinstallation keine Festplatten größer als 130Gb erkennen kann.

Guckt man nicht so genau hin, formatiert lustig vor sich hin und hat zudem noch eine historisch gewachsene und etwas zerstreute Partitionsbelegung, dann schreibt der Installer möglicherweise einfach Schrott in die oberen Bereiche, wo man seine Daten in Sicherheit wiegt…

Wie ging’s also weiter? So:

  • Datensicherung auf externer Festplatte (leider musste selektiert werden, weil nicht alles rauf passte und auch einiges zerstört und verloren war. 🙁 )
  • Die vorhandene Linuxinstallation mit 3 bis 4 Zeilen in der Shell auf eine andere physikalische Platte verschieben. Krass, wie unkompliziert das ist! Und das Ding läuft von da, ohne zu murren!
  • Die große Platte platt gemacht und mit dem WinXP-Installer entsprechend formatiert (bis 132Gb kann er das ja ganz gut)
  • Installation durchlaufen lassen (funktioniert dann plötzlich)
  • Wenn man diese ominösen Servicepacks installiert, dann erkennt er auch größere Platten und man kann den Rest auch formatieren und benutzen. Ich habe mir sagen lassen, dass es Installations CDs gibt, da sind die Servicepacks schon drin und das Problem tritt nicht auf – bei mir war das unglücklicherweise nicht so.
  • Dann mit der SuperGrubCD den Bootloader wieder installiert und beide Betriebssysteme lassen sich wieder starten.

Schön. Endlich. Fertig. Komplettes Wochenende versaut. Toll!

17. April 2008 von Christian

 
 

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