Die Gurke – ein Update

Es gab ja vor einiger Zeit Artikel über den Bau meines Modellflugzeugs, das liebevoll „Gurke“ getauft wurde, weil es so krumm und schief ist. Das ist, wie gesagt, eine Weile her und bis heute ist einiges passiert. Hier also ein kurzes Update.

Es gab ja den einen Absturz, und danach die Rekonstruktion. Ansonsten kam es nur öfter zu harten Landungen. Dabei kam es allzu oft vor, dass die Luftschraube abbrach, schließlich gibt es kein Fahrwerk. Das wird langsam teuer…

Beim Nachkaufen (mittlerweile schon auf Vorrat) habe ich dann mal eine andere Größe ausprobiert. Ich habe nämlich die offizielle Empfehlung für den Motor (AXI2217-16) in der Dokumentation gefunden: 11’x5,5′! Das ist eine Riesenlatte und das Flugverhalten mit solch einer großen Luftschraube unterscheidet sich deutlich von der vorher genutzten 9’x6’er. Schub ohne Ende schon bei niedrigen Drehzahlen. Dafür ist der Luftwiderstand bei abgeschaltetem Motor fühlbar größer geworden. Laut drivecalc ist der aufgenommene Strom (~22,5A je nach Akkuspannung) auch gerade noch akzeptabel für den Motor und den Akku.

Ich habe also eine neue Lieblingsluftschraube. Jetzt ist es nur so, dass sie mir durch die zugenommene Größe bei jeder Landung abbricht – auch im weichen Gras. 🙁 Hier ein Bild der einzigen „Landung“, bei der nichts zu Bruch ging:

Landung im Baum

Was passierte noch in der Zwischenzeit? Der großartige Motorspant, der schon immer ein bisschen Stress gemacht hatte, hat wieder Stress gemacht. Wahrscheinlich ist er durch die hohen Belastungen bei den Landungen (siehe berstende Luftschrauben) langsam kaputt gegangen. Jedenfalls hatte der Antriebsstrang plötzlich eine Resonanzerscheinung bei 20% der Maximaldrehzahl. Es könnte auch an dem einen Vorkommnis gelegen haben, als mitten im Flug der Antrieb mit einem Stück der Nase abgerissen ist und dann im Feld gefunden werden wollte… Wahrscheinlich war ich bei der bei der Rekonstruktion der Nase nicht sorgfältig genug.

Also entschied ich mich, einen neuen Motorspant zu bauen. Diesmal aus Aluminium! Das sollte steif genug sein. Im Baumarkt habe ich ein 1m langes U-Profil mit den Abmessungen 19,5×35,5×1,5mm gekauft und ein etwa 4cm langes Stück abgesägt. Der Motor passt genau in das U und somit konnte ich in die breite Seite die nötigen Löcher bohren und den Motor dort befestigen. Das Ganze noch angeschliffen und ins Flugzeug eingeklebt – fertig. Leider hatte zu dieser Zeit keine Kamera zur Verfügung. Hier eine kleine Skizze wenn man von oben drauf guckt:

Motor mit Spant aus Alu

So sieht es jetzt vorn aus:

Übersicht aktueller Stand

Alles mit viel Glasfasertape befestigt, damit es auch ordentlich hält – atombombensicher! Die Gurke hat mittlerweile durch die ganzen Umbauten und Reparaturen einiges an Gewicht zugelegt und es wird noch mehr. Wie man auf dem Bild schon sehen kann, habe ich in eine Klappluftschraube investiert. Die wiegt insgesamt etwas mehr und ist auch teurer, aber bei meinem Verschleiß, sollte sie sich bald amortisiert haben. Auf dem nächsten Bild kann man das Prinzip erkennen:

System Klappluftschraube

Wenn man Gas gibt, werden die Blätter durch die Zentrifugalkraft nach außen geschleudert und funktionieren so wie eine normale Luftschraube. Dabei gibt es offensichtlich eine Art Kraftgleichgewicht zwischen der Zentrifugalkraft und der Schubkraft, denn ein Anschlag nach vorn ist nicht vorhanden! Wenn man den Motor abstellt, dann werden die Blätter durch den Fahrtwind nach hinten umgeklappt. Beim Einsatz einer Klappluftschraube sollte man die Motorbremse einschalten, damit die Drehbewegung nicht durch den Fahrtwind aufrecht erhalten wird.

Diese Luftschrauben haben gleich 3 Vorteile: Im Gleitflug bremsen sie viel weniger (optimal für Motorsegler) und bei der Landung ohne Fahrwerk sind sie eingeklappt und können nicht abbrechen! Außerdem kann ich jetzt mit der Flycamone2 nach vorne filmen ohne dass der Propeller stört!

Hier ist noch ein Bild von der fertigen Konstruktion. Es ist ein neuer und größerer Spinner dazu gekommen. Außerdem sieht man daneben eine kaputte 11’x5,5’er-Latte.

fertig mit Spinner

Ich habe mich bei der Wahl der Blätter etwas vergriffen. Es gab kein 11’x5,5’er-Äquivalent und deshalb habe ich 11’x6’er genommen. Mit dem 50mm Mittelstück ist die Gesamtschraube damit etwas größer als die 11’x5,5’er. Drivecalc sagt mir schon bei einem 42mm Mittelstück einen zu großen Strom voraus, also liegt meine Konstruktion hier deutlich über den Spezifikationen. Da ist also Vorsicht geboten und Vollgas nicht im Stand.

Geflogen bin ich sie so noch nicht. Der Test kommt in den nächsten Tagen.

31. Mai 2008 von Christian

 
 

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