Der MSI Wind U100 – erste Erfahrungen

Nach längerem hardwareseitigen Stillstand auf meinem Schreibtisch habe ich jetzt einen neuen Rechner. Es handelt sich dabei um den relativ neuen „Wind“ von MSI, wobei der Name für „Wireless network device“ stehen soll. Das ist ein sehr kleines und damit ultra portables Gerät, mit dem man, dem Namen zufolge, vor allem im Internet unterwegs sein soll und einfache Bürotätigkeiten erledigen kann. Nichts desto trotz handelt es sich bei diesem Gerät um ein meines Erachtens vollwertiges Notebook, dem nur das optische Laufwerk fehlt.

Das Internet ist voll mit Bildern und Informationen zu diesem schnuckeligen Teil, dass ich an dieser Stelle auf die ausführliche Beschreibung verzichten möchte. Fotos kann man hier und die Systemspezifikationen auf der gleichen Seite hier finden. Diese Webseite würde ich als immer sehr aktuell und hilfreich einstufen, da sie auch mir beim Kauf sehr von Nutzen war.

Ich besitze das Gerät jetzt sein ungefähr einem halben Tag und dieser Artikel wird ebenfalls gerade damit erstellt. Hier möchte ich meine ersten Erfahrungen mit dem Wind festhalten, wie er sich dem Otto-Normaluser darstellt, was geht und was nicht ganz so gut funktioniert.

Was ist mir also aufgefallen in diesen ersten Stunden? Die Tastatur (Neudeutsch auch Keyboard genannt) ist ausreichen groß, um entspannt auch längere Texte zu verfassen. Ich komme damit sehr gut zurecht, trotz meiner Wurstfinger. Zwischen dem Wind und dem ersten Eee PC liegen in dieser Hinsicht Welten.

Das Touchpad als Mausersatz empfinde ich als ein Bisschen zu empfindlich. Ich bin ausgiebiger Nutzer der Funktion des Linksklickens durch Tippen auf das Pad anstatt auf den Mausbutton. Leider erkennt der Wind zu häufig die normale Zeigerbewegung als Klicken und das nervt manchmal etwas. Die kombinierte linke und rechte Maustaste empfinde ich im Gegensatz zu anderen Leuten in Internetforen nicht als Problem – funkioniert ganz normal und einfach.

Der Bildschirm mit seinen 10 Zoll gefällt mir auch sehr gut. Extrem leuchtstark dank LED-Technologie und von der Größe her der optimale Kompromiss zwischen Energieverbrauch, Portabilität und Ergonomie, wie ich finde. Dazu kommt, dass es sich hierbei nicht um ein spiegelndes Display handelt, sondern um ein mattes, mit dem man auch draußen arbeiten kann.

Die Geräuschentwicklung empfinde ich als „OK“. Das lauteste ist die Festplatte, wenn nicht gerade der Lüfter läuft, der noch ein kleines Bisschen mehr Krach erzeugt. In normalen Umgebungsgeräuschen geht das aber alles unter.

Der Wind kommt mit einer sehr schönen und sehr robust gepolsterten Tasche! Ein dicker Pluspunkt.

Was bleibt noch zu sagen nach dem ersten Kontakt? Design und Verarbeitungsqualität enttäuschen nicht. Bis jetzt gibt es nichts zu beanstanden bei meinem Gerät. Die speziellen Funktionstasten sind klar erkennbar beschriftet und funktionieren auch anstandslos. Im Energiesparmodus, Display auf dunkelster Stufe,  WLAN eingeschaltet, Bluetooth und Webcam aus und nur Browser mit eben diesem Artikel hier geöffnet, hält der frisch geladene Akku etwa 2 Stunden und 30 Minuten. Das sagt jedenfalls Windows. Wirklich getestet habe ich das noch nicht, aber über den Daumen gepeilt könnte das stimmen.

In diesem Moment stoße ich gerade auf ein nettes kleines „Feature“ des weißen Gerätes. Die Thinkpads von IBM hatten damals eine kleine, weiße LED am oberen Bildschirmrand, die die Tastatur im Dunkeln beleuchtet hat. Apple baut Hintergrundbeleuchtungen in die Keyboards. Aber der Rest der Hersteller, korrigiert mich bitte, wenn ich jemandem Unrecht tue, vernachlässigt die Erkennbarkeit der Tasten bei Nacht auf das Gröbste. Der Wind bietet auch keine zusätzliche Tastaturbeleuchtung. Erstaunlicherweise kann man aber die schwarze Beschriftung auf den weißen Tasten allein durch das Licht des Displays ganz gut erkennen.

Die gefühlte Performance des Wind ist überraschend gut. Ich habe als Vergleich nur einen alten Athlon XP 3200+ mit 1 GB Arbeitsspeicher und einem etwas zugemüllten Betriebssystem. Der Wind, so wie er hier „Out of the box“ läuft, steht meinem „Großrechner“ in nichts nach und übertrifft ihn in den meisten Fällen sogar. Es handelt sich hierbei aber, wie gesagt, um die gefühlte Performance beim Surfen und Bedienen von Bürosoftware… Vergleichbare Tests sind bei mir noch nicht gelaufen. Aber am Ende zählt doch oft auch das Gefühl beim Arbeiten, wie ich finde.

Erstes Fazit: Großartiges Gerät! Kann ich – bis jetzt – nur weiter empfehlen. Ich werde sehen, was die nächsten Tage bringen, und wie er sich im normalen Tagesablauf schlägt. Vielleicht kommt auch noch ein Linux drauf, mal schauen. Neue Erkenntnisse  werden natürlich an gewohnter Stelle veröffentlicht.

Edit:

Auf Wunsch eines einzelnen ( 😉 ) habe ich ein paar Bilder gemacht. Hier auf dem ersten Bild sieht man mein MSI U100-1618XP White.

in Benutzung

in Benutzung

Hier ist noch ein schönes Bild, wo das Display angeklappt ist:

angeklappt

angeklappt

Da der Wind keine Verriegelung für das Display bietet, haben die Leute von MSI offenbar Magnete ins Display gebaut, um wenigstens ein kleines Bisschen Haltbarkeit im geschlossenen Zustand zu gewährleisten:

Magnete rechts

Magnete rechts

Magnete links

Magnete links

Die Magnete halten das Display ganz gut geschlossen, obwohl man wahrscheinlich auch darauf hätte verzichten können. Übrigens sind in der Handauflage auch Magnete als Gegenstücke eingebaut.

Langsam habe ich mich auch etwas an das Touchpad gewöhnt. Mehrfaches Tippen auf die obere und untere rechte Ecke steuert den Bildlauf. Folglich ist die Bedienung des Mauszeigers in diesen Ecken eingeschränkt. Das kannte ich so noch nicht und es ist auch leider nicht im Handbuch beschrieben.

Im Handbuch steht weiterhin geschrieben, dass die Akku-LED in verschiedenen Farben je nach Ladezustand leuchten und blinken soll. Das funktioniert bei mir irgendwie nicht richtig. Leuchtet grün, wenn der Akku geladen wird und geht aus, wenn er voll ist. Ansonsten ist sie auch immer aus. Gestern, als der Akku leer war, ging der Wind in Standby, ohne dass die LED mich informiert hätte. Aber stört jetzt auch nicht so wahnsinnig.

Was mir sonst noch auffällt, erfahrt Ihr natürlich hier, bei Technikfreun.de

Edit_2

Nach etwas Recherche habe ich herausgefunden, dass beim Wind kein Synaptic-Touchpad eingebaut ist, wie bei den meisten mir bekannten Notebooks. Stattdessen handelt es sich um ein Pad der Firma Sentelic. Das erklärt die gewöhnungsbedürftige Bedienung. Der Treiber soll wohl auch nicht so umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten bieten, ich habe ihn aber noch nicht ausprobiert. Es läuft bis jetzt mit dem Synaptic-Standardtreiber.

Das mit der Akku-LED funktioniert doch – irgendwie. Hat mit den Energieeinstellungen in Windows zu tun. Auf die 2-stufig Warnung niedriger und kritischer Ladezustand reagiert die LED. Ist natürlich blöd, wenn das Teil schon bei der ersten Warnung in den Standby geht und die LED damit gar nicht erst zum Zug kommt. Das kann man natürlich alles einstellen, aber blinken werde ich sie wahrscheinlich nie sehen, weil ich es schon ganz gut finde, wenn er bei der zweiten Warnung dann in den Standby geht.

Edit_3

Es gibt einen klaren Kritikpunkt, wie mir vor ein paar Tagen aufgefallen ist. Kein TV-Ausgang!

Außerdem habe ich mal den Touchpadtreiber von der MSI-Seite installiert und ich bilde mir ein, dass es jetzt besser funktioniert. Mehr Konfigurationsmöglichkeiten gibt es trotzdem nicht.

15. September 2008 von Christian

 
 

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Kommentare, Fragen und Tipps

11 Beiträge zu “Der MSI Wind U100 – erste Erfahrungen”

  1. Linus schreibt am 15. September 2008 um 11:37:

    Vielleicht kannste ja trotzdem ein Bild von „Deinem“ machen? 😉

  2. Christian schreibt am 15. September 2008 um 14:52:

    Also, es gibt jetzt ein paar Bilder (leider etwas sehr Low Quality) und mehr Infos. Viel Spaß!

  3. Technikfreun.de » Raidsonic ICY BOX schreibt am 27. September 2008 um 21:55:

    […] begab sich zu der Zeit, dass ich mir ein sogenanntes Netbook zulegte. Von diesem Gerät bin ich bis jetzt auch total überzeugt, denn es erfreut mich durch […]

  4. Peter schreibt am 20. Dezember 2008 um 22:06:

    Bin seit heute auch Nutzer eines msi U100 und komme mit dem Touchpad rechte Maustaste und Kopiefunktion noch nicht zurecht, wie soll das genau funktionieren?

  5. Christian schreibt am 21. Dezember 2008 um 02:58:

    Ich nutze das MSI jetzt schon eine ganze Weile. Ich muss sagen, dass das Touchpad immernoch sehr gewöhnungsbedürftig ist. Es funktioniert zwar alles wie erwartet, rechte Maustaste rechts, linke links. Aber dem Pad an sich bin ich nicht näher gekommen. Es ist einfach sehr empfindlich und an das Scrollen kann man sich auch nicht gewöhnen, wie ich finde. Das ist der einzig echte Schwachpunkt dieses Notebooks.

  6. Ich habe jetzt ein iPhone - Dabei wollte ich doch gar keins… : Technikfreun.de schreibt am 04. Februar 2009 um 09:09:

    […] Geschichte fängt ganz ursächlich eigentlich hier an. Der Kauf dieses Netbooks zog nämlich bald den Folgekauf dieses Gerätes und bald darauf als […]

  7. Egal schreibt am 11. März 2009 um 20:38:

    Man kann doch jedes Touchpad konfigurieren?? Sprich: die Empfindlichkeit und alle weiteren Funktion einstellen!
    Systemsteuerung->Maus
    (ggf. weiter zum Reiter ->Geräteseinstellungen->Einstellungen)

    Die Mauspads unterscheiden sich doch nicht in ihrer Empfindlichkeit oder Funktion sondern eher an der Qualität der Bauteile bzw. der Lebensdauer die manchmal nur 2 Wochen betragen kann 😉

    War nur durch Zufall hier und bin dann auch mal wieder weg!

  8. Christian schreibt am 11. März 2009 um 21:57:

    Ja, das dachte ich auch. Aber anscheinend unterscheiden sie sich doch von Hersteller zu Hersteller. Und wenn es nur der Treiber ist, der so sparsam programmiert wurde, dass es einfach keine Einstellmöglichkeiten GIBT!
    Langsam weiß ich auch, warum ich es nicht mag. Navigation und Doppelklick und so funktionieren super, solange man nicht in den Bereich kommt, der zum Scrollen vorgesehen ist. Dann passieren nämlich die sonderbarsten Sachen. Doppelklick, Umherspringen des Mauszeigers, wahlloses Markieren von Textteilen oder ganzen Webseiten und ganz selten funktioniert auch das Scrollen. Und nach meinen Erfahrungen gibt es keine Möglichkeit, da irgendwie Einfluss auf die Einstellungen zu nehmen.

  9. Christian schreibt am 11. März 2009 um 21:58:

    Natürlich lasse ich mich gerne eines Besseren belehren, denn dann wäre auch normales Arbeiten möglich. 🙂

  10. Endlich: Mein neuer Laptop – ein Lenovo ThinkPad SL510 : Technikfreun.de schreibt am 07. März 2010 um 00:57:

    […] hat’s gedauert (seit dem letzten Laptop hier), bis ich eine neue Rechenmaschine gekauft habe. Nun ist sie da und darf sich selber hier […]

  11. Die Technikfreunde » Welches Smartphone soll es sein? – eine subjektive Entscheidungsfindung schreibt am 28. November 2012 um 00:04:

    […] und Speicherplatzerweiterung durch SD-Karten. Außerdem mag ich den Verzicht auf iTunes, das mein Netbook in Grund und Boden quält und außerdem bei diesen geringen Auflösungen seit einem von Apple […]

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