Eine neue Netzwerkspeicherlösung

Wer meinen letzten Artikel zur Raidsonic Icybox gelesen hat, der wird vielleicht erahnen können, was weiter geschah. Die Probleme nahmen zu bis zu dem Punkt, an dem fast kein vernünftiges Arbeiten mehr möglich war. Bei jedem Start musste erst einmal 4 Stunden lang das RAID wieder hergestellt werden, wenn die Box sich denn überhaupt ordentlich einschalten ließ. Großes Lob an den Support, der wirklich sehr schnell und unkompliziert auf Emails antwortet und auch hilfreiche Tipps gibt. Aber mein persönlicher Eindruck nach 3 Monaten war, dass diese vielversprechende und günstige NAS-Lösung leider noch nicht ganz ausgereift ist. Vielleicht liegt es an den Festplatten (WD und Samsung sollen wohl nicht so geeignet sein), aber eigentlich möchte ich nicht den Betatester spielen.

Deswegen musste die Icybox zurück und ich nahm dafür eine etwa doppelt so teure QNAP Turbostation 209 II mit nach Hause. Aufgefallen ist sie mir auf dieser Seite, wo die verwandte Turbostation 209 Pro wohl sehr gute Leistungen gezeigt hat (in der Rubrik NAS-Charts mit 2 Festplatten).

Alles in allem handelt es sich dabei um ein teures Stück Hardware, aber Qualität hat nunmal ihren Preis. Hier eine kurze Zusammenfassung der Features, wobei die Liste längst keinen Anspruch an Vollständigkeit stellt:

  • Platz für 2 Festplatten im RAID-Verbund (1, 0, JBOD und SPAN)
  • Hot Swap  – Wechsel der Platten während des laufenden Betriebs möglich
  • GBit-LAN
  • 3x USB 2.0
  • Printserver für bis zu 3 Drucker (USB)
  • Zugriff über smb und ftp
  • USB-Festplatten oder -Sticks können direkt im Netzwerk verwendet werden, wenn man sie an die Box steckt.
  • „One Touch Backup“ via Knopf in der Frontblende
  • Linux-Betriebssystem mit ssh- oder telnet-Zugang
  • Torrent-Client
  • iTunes-Server
  • Webserver
  • Signalton und Mailversand bei Fehlern und Störungen

Das sind wie gesagt nicht alle Features, aber die wichtigsten, die ich vielleicht auch mal verwenden werde.

Und so sieht sie aus, wenn sie aus der Kiste kriecht:

Inhalt

Inhalt der Packung

Mit der Box selbst kommt das Netzteil mit ordentlich langen Kabeln, eine CD für Win und Mac (Die braucht man anscheinend unbedingt, weil man die Turbostation sonst nicht initialisiert bekommt.), Kurzanleitung und Netzwerkkabel. Die Anleitung ist wirklich kurz und schildert den Zusammenbau und die erstmalige Initialisierung mit der Software der CD. Darauf befindet sich dann auch eine ausführliche Benienungsanleitung. Ob man die Kiste allein mit Linux erstmalig zum Laufen bringen kann, ist mir unklar.

Die hinteren Anschlüsse

Die hinteren Anschlüsse

An der hinteren Seite sieht man den großen Lüfter (Ich schätze 60mm), 2 USB-Ports, Gbit-LAN, Resetknopf, Stromversorgung und Kensington Lock. Interessant ist, dass man den Resetknopf in der Software deaktivieren kann – ein Sicherheitsfeature, das mir zu unsicher ist. Wer weiß, vielleicht braucht man ihn doch einmal.

Von vorne mit Festplatteneinschüben

Von vorne mit Festplatteneinschüben

Die Festplatten werden mit stabilen Einschüben in der Box platziert. Man kann auf diesem Bild erahnen, dass die Turbostation deutlich größer ist als die Icybox damals.

Alte Bekannte

Alte Bekannte

Zum Einsatz kommen auch in der Turbostation zwei alte Bekannte, die auch schon in der Icybox ihren Dienst verrichtet haben. 2x500GB von Western Digital.

Befestigung der Platte am Einschub

Befestigung der Platte am Einschub

Die Festplatten werden von unten und nicht (wie oft üblich) von der Seite mit dem Einschub verschraubt.

Festplatteneinbau ohne Kabelsalat

Festplatteneinbau ohne Kabelsalat

Der Einbau an sich gestaltet sich denkbar einfach, da auf jedwede Verwendung von Kabeln verzichtet wird. Einfach die Platte einschieben und fertig, denn an der Rückwand befinden sich alle nötigen Stecker. Das Ganze passt besser zusammen, als ich erwartet hatte – kein Fummeln, Anecken oder Verkanten.

Vorbildlich beschriftet

Vorbildlich beschriftet

Leider auf dem Foto nicht so gut zu erkennen: Die Einschübe und Steckplätze sind beschriftet, so dass man immer weiß, um welche Platte es sich handelt, wenn die Software sagt, dass eine kaputt ist. Die Einschübe selbst werden mit unverlierbaren Schrauben gesichert.

Blende Montieren

Blende montieren

Sind die Platten montiert, wird mit diesen Schrauben eine glänzende Kunststoffblende montiert. Fertig.

Von oben und...

Von oben und...

...von vorne

...von vorne

So sieht das gute Stück also aus, wenn es fertig ist. Rechts der Powerschalter und links der Knopf für das Backup. Dazwischen befinden sich diverse Kontrolleuchten, die bei Betrieb lustig blinken.

Das Backup, das über den linken Knopf durchgeführt werden kann, verwendet standardmäßig den Datenträger, der am vorderen USB-Port angeschlossen wird. Die Art des Backups kann in der Software konfiguriert werden. Die Konfiguration selbst ist relativ einfach, wenn man etwas Ahnung von Netzwerken hat. Aus Sicherheitsgründen sollte man wenigstens ein Bisschen Ahnung haben, um es dem bösen Hacker nicht allzu einfach zu machen mit dem Datenklau. 😉

Die Zeit, in der die QNAP TS 209 II jetzt bei mir läuft (einige Wochen), habe ich eigentlich nur gute Erfahrungen damit gemacht. Die Box arbeitet sehr zuverlässig. Aussagen über die Geschwindigkeit scheitern an meinem 100Mbit-Netzwerk.

Es empfiehlt sich aber, die Netzwerkfreigaben immer als Netzlaufwerke in Windows zu verwenden, da ich beim Browsen durch die Netzwerkumgebung öfter Probleme hatte, den korrekten Benutzernamen mit Passwort zu verwenden. Da es sich hierbei aber um ein Windows-Problem zu handeln scheint, möchte ich es nicht der 209 anlasten. Ein ähnliches Problem wurde hier schon einmal besprochen. Mir haben, wie gesagt, die Netzlaufwerke weiter geholfen.

Soviel also zunächst zu meiner Errungenschaft. Wenn etwas passiert, werde ich es hier zum Besten geben. Kommentare, Tipps und Tricks sind erwünscht.

13. Januar 2009 von Christian

 
 

Nie wieder einen Beitrag verpassen mit dem individuellen Benachrichtigungsservice!

 
 

Andere Artikel



Kommentare, Fragen und Tipps

2 Beiträge zu “Eine neue Netzwerkspeicherlösung”

  1. Linus schreibt am 29. Januar 2009 um 12:27:

    Schönes Teil. Klappt das jetzt besser?

  2. Ich habe jetzt ein iPhone - Dabei wollte ich doch gar keins… : Technikfreun.de schreibt am 04. Februar 2009 um 11:08:

    […] Kauf dieses Netbooks zog nämlich bald den Folgekauf dieses Gerätes und bald darauf als Austausch das hier nach sich (für insgesamt viel mehr Geld als ich ursprünglich augeben wollte…). Neulich kam […]

Hier kann man den Artikel kommentieren, eine Frage stellen oder etwas ergänzen.

Wir müssen uns aber ohne Angabe von Gründen vorbehalten, hier Hinterlassenes zu kürzen oder zu löschen.

Themenbereiche