Buzzword oder wer war nochmal dieser Word?

Die Tendenz ist klar: die klassische Desktop-Anwendung ist im Begriff auszusterben. Ersetzt wird sie durch ebenso mächtige Applikationen, die jedoch nicht auf dem heimischen Rechner installiert werden, sondern irgendwo in der Ferne auf Servern laufen und einfach über den lokal installierten Browser bedient werden.

Eines dieser zahlreichen und meist kostenlosen Angebote heißt Buzzword und wird von Adobe angeboten. Ich möchte im folgenden kurz diese Anwendung beschreiben und die Vor- und Nachteile hervorheben, die sie mit sich bringt.

Screen shot of the web application Buzzword

Screen shot of the web application Buzzword

Was ist Buzzword? Kurz gesagt ist es eine abgespeckte Version von Microsoft Word, Open Office oder sonstigen Writing Tools, die nahezu alle Standards der Textverarbeitung mit sich bringt. Hinzu kommen sehr interessante Funktionen bei denen es darum geht ein Textdokument mit mehreren Personen zu bearbeiten oder zu diskutieren. Buzzword ist kostenlos. Was Ihr braucht, ist lediglich den Flash Player von Adobe, der ja auch nichts kostet, einen Buzzword Account, dazu einen Browser und eine Internetverbindung. Und los gehts.

Nachdem Ihr euch unter www.buzzword.com eingeloggt habt, seht Ihr eine Übersicht Eurer gespeicherten Dokumente und Dokumente anderer Benutzer, du denen Ihr Zugang habt. All diese liegen nicht auf Eurem Rechner, sondern irgendwelchen auf Servern, also in der ‚Cloud‘, wie man zu sagen pflegt. Auf der Startseite von Buzzword könnt Ihr auch ein neues Dokument beginnen.

Die Möglichkeiten, die Ihr bei Buzzword während der Textverarbeitung habt, kennt Ihr von Word oder Open Office, wobei die Vielfalt sicherlich nicht ganz so umfangreich ist. Funktionen wie Kopieren, Einfügen, Löschen, Finden, Undo & Redo, und Wortkorrektur für viele Sprachen sind natürlich enthalten. Ebenso die Möglichkeit Bilder, Tabellen, Kopf- und Fußnoten usw. einzufügen. Dazu brauche ich nichts schreiben, kennt Ihr ja alle. Das einzige, was ich vermisse ist die Möglichkeit Überschriften verschiedener Kategorien zu definieren. Da Buzzword aber derzeit im Betastadium ist, könnte dieses Feature in einer der nächsten Versionen enthalten sein.

Gut sind die Import- und Exportoptionen. Ihr könnt Rich Text Format (.rtf), Microsoft Word 2003 und neuer, Microsoft Word XML, und Plain Text (.txt) Formate einlesen.

Bearbeitete Dokumente können wiederum in diese Formate lokal auf Eurem Rechner gespeichert werden, hinzu kommen die Formate PDF, ODT (Open Document) und ZIP. Ein nettes Feature ist zudem ist die ‚History‘. Sie beinhaltet die 10 letzten gespeicherten Versionen, die jederzeit wieder aufgerufen werden können. Auch erwähnenswert: Eure Dokumente könnt Ihr so einfach ausdrucken, wie Ihr es gewohnt seid. Alle lokal installierten Drucker stehen auch Buzzword zur Verfügung.

Was ich Euch bisher beschrieben habe, klingt wie Word oder Open Office und ist es auch. Jetzt kommen wir zum spannenden Teil. Dem sogenannten ‚Sharing‚-Funktionen. Die Idee ist Dokumente mit anderen Personen auszutauschen. Diese von Euch eingeladenen Personen für eins Eurer Dokumente können verschiedene Rollen haben. Ihr als Verfasser eines Dokuments habt immer die Rolle des ‚Author‘. Andere Rollen sind ‚Co-Author‘ und ‚Reviewer‘. Wie die Namen nahe legen, können ‚Co-Authors‘ Euer Dokument ebenfalls bearbeiten und abändern wohingegen ‚Reviewer‘ lediglich Kommentare über Euren Text hinterlassen können. Während Ihr eingeloggt seid, könnt Ihr immer sehen, wer sich in welcher Rolle an Euren Dokumenten zu schaffen macht. Super Funktion also für Dokumente, an denen mehrere Personen arbeiten. Und sehr hilfreich für das Korrekturlesen durch Dritte: Ihr müsst nicht mehr auf Kompatibilität der Dateien achten. Situationen wie:“Du, die Datei, die Du mir geschickt hast, kann ich nicht öffnen“ können hier nicht passieren.

Noch spannender wird es mit der Funktion ‚Meet‘ die oben rechts in der Ecke angeboten wird. Hier könnt Ihr mit den von Euch eingeladenen Personen ein Dokument zusammen Live bearbeiten und besprechen. Realisiert wird das mittels ‚Adobe Connect Now‘. Ein weiteres kostenloses Feature, was genau zu beschreiben wohl einen eigenen Text bedarf.

Kommen wir zu den mir aufgefallenen Nachteilen. Wie bereits erwähnt, fehlt die Möglichkeit Zeilen als Überschrift zu definieren. Des weiteren scheint es so als könne man die Standardschriftgröße und den Standardschrifttypen nicht verändern. Das nervt, gerade wenn man von irgendwoher etwas kopiert und hier in Buzzword einfügt. Des weiteren ist die Schriftauswahl mit sieben Schrifttypen relativ gering.

Die Nachteile, die entstehen, wenn man eine Onlineanwendung nutzt, unabhängig davon, ob es nun Buzzword ist oder etwas anderes, sind immer die gleichen: Wenn die Internetverbindung abbricht, wird es zappenduster, denn ich habe keine lokal gespeicherte Kopie. Wie sicher sind meine Daten auf dem Server des Service-Anbieters? Was macht der Anbieter mit meinen Daten? Menschen, die zur Paranoia neigen, werden sich mit Internetanwendungen, wie Buzzword eine ist, niemals anfreunden, denke ich.

Ein letzter Kritikpunkt betrifft Firefox auf dem Mac in Zusammenspiel mit Buzzword. Bei dieser Kombination wird man wahnsinnig, wenn man viel mit Tastatur-Shortcuts innerhalb der Applikation arbeitet. Vermeidet das, Safari erspart Euch hier böse Gedanken.

Fazit

Buzzword rockt! Die Applikation bietet alles, was man für den normalen Testanwendungsbedarf benötigt. Hinzu kommen die netten Sharing-Features. Eine Doktorarbeit sollte man sicherlich nicht mit Buzzword zu schreiben versuchen. Texte wie diesen sind dagegen absolut kein Problem für das Programm. Ohne Internetanbindung hat sich das Thema Buzzword auch erledigt. Schaut es Euch aber mal an, über Eure Meinung würde ich mich im Kommentarbereich freuen.

17. Januar 2009 von Kai

 
 

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Kommentare, Fragen und Tipps

3 Beiträge zu “Buzzword oder wer war nochmal dieser Word?”

  1. Linus schreibt am 26. Januar 2009 um 11:22:

    Bisher kannte ich nur Buzz Lightyear 😉
    Obwohl ich nicht der Meinung bin, dass der klassische Desktop ausgedient hat, hat diese Anwendung durchaus ihren Reiz. Vor allem wenn man daran denkt, dass man überall wo ein Netzzugang ist an seinem Dokument weiterarbeiten kann.

  2. Bert schreibt am 11. Mai 2009 um 16:07:

    Wieviele nutzen das denn bis jetzt? Gibt es Statistiken?

  3. Kai schreibt am 12. Mai 2009 um 11:28:

    Keine Ahnung wie viele das benutzen. Ich verwende das mittlerweile ausschließlich für Dokumente, an denen ich mit anderen arbeite oder die ich überall erreichen möchte.
    Keine Klagen, gefällt immer besser! Einmal war der Server für 2Std nicht erreichbar. Ärgerlich! Aber dennoch gute Erreichbarkeitsrate :O)

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