Ich habe jetzt ein iPhone – Dabei wollte ich doch gar keins…

Eigentlich ist es total unvernünftig und teuer.  So ein iPhone braucht man nicht und endlos viel Geld nur für Design, Namen und das Symbol eines angefressenen Apfels auszugeben ist total bescheuert.  Das war jedenfalls meine Meinung, bis ich zu meinem langjährigen Mobilfunkanbieter ging, um mich nach einer Datenoption zu erkundigen.

Die Geschichte fängt ganz ursächlich eigentlich hier an. Der Kauf dieses Netbooks zog nämlich bald den Folgekauf dieses Gerätes und bald darauf als Austausch das hier nach sich (für insgesamt viel mehr Geld als ich ursprünglich ausgeben wollte…). Neulich kam ich also auf die Idee, auch unterwegs im Internet sein zu wollen. Etwas surfen, Emails, nichts großartiges. Ich ging also zu T-mobile, um mir einen Datentarif zu besorgen und gleichzeitig festzustellen, dass es extrem krass ist, wie viel Geld die für so eine läppische Option ZUSÄTZLICH zu meinem bestehenden Vertrag verlangen. In diesem Zusammenhang fiel mir das iPhone ins Auge, das bekanntlich an einen Spezialtarif gekoppelt ist.

Nach reiflichen Überlegungen, einigem Hin und Her, und weil ich keiner dieser „Prinzipiell dagegen und gegen Apple sowieso“-Leute bin, habe ich es dann mit nach Hause genommen. Es bot für mich einfach das bessere Preis-Leistung-Verhältnis mit Datenflatrate, T-Mobile-Hotspot-Flatrate, Freiminuten, Frei-SMS und einem Stück schnuckeliger Hardware.  (Vielleicht sollte man dazu sagen, dass ich bei einem anderen Anbieter wahrscheinlich ein besseres Datenangebot bekommen hätte, aber ich habe keine Lust auf den Stress mit verschiedenen SIM-Karten und Telefonnummern. Außerdem habe ich meine Rufnummer schon gefühlte 50 Jahre, bin zu träge zum Wechseln und bis heute eigentlich auch ein  zufriedener Telekomkunde.)

Genug der Vorrede. Ich ging also mit dieser Tüte nach Hause:

So eine formschöne, hochglanzbeschichtete Ppiertüte bekommt man dann.

So eine formschöne, hochglanzbeschichtete Papiertüte bekommt man dann.

Darin befand sich eine kleine Schachtel mit dem Objekt der Begierde. Man muss schon sagen, dass sich die Designer bei Apple wirklich Gedanken machen und jedes ihrere Produkte bis zur Verpackung durchgestylt ist. Aber davon lebt ja diese Firma bekanntlich – zu Recht, wie ich finde.

Die Box. Die Abbildung darauf hat Originalgröße.

Die Box. Die Abbildung darauf hat Originalgröße.

Da es hier nichts zum Basteln gibt, werde ich einfach genüsslich ein paar Auspackbilder einfügen, Neudeutsch auch „Unboxing“ genannt.

Der Deckel hebt sich.

Der Deckel hebt sich und man sieht es schon hervorblitzen.

Es liegt ganz oben auf.

Es liegt ganz oben auf.

Ordentlich eingepackt in allerlei Schutzfolie.

Ordentlich eingepackt in allerlei Schutzfolie.

Was sich sonst noch in der Kiste verbirgt.

Was sich sonst noch in der Kiste verbirgt.

Das iPhone 3G kommt mit USB-Kabel, das gleichzeitig als Ladekabel fungiert. Auf diesem wunderbar überbelichteten Bild kann man vielleicht sogar die USB-Steckdose am Ladegerät erahnen. Zum Ladegerät selbst gehört ein Eurostecker-Adapter für die Schuko-Steckdosen hier in Deutschland. Außerdem sind noch In-Ear-Kopfhörer mit Mikrofon (für Freisprechfunktion) enthalten.

Ladegerät mit passendem Adapter.

Ladegerät mit passendem Adapter.

Nettes SChmankerl: ein Putztuch.

Nettes Schmankerl: ein Putztuch mit Logo.

Das Putztuch kann man ganz gut gebrauchen, weil das iPhone Fingerabdrücke sehr gut annimmt. Putzen bringt aber nichts, denn als „Handy“ nimmt man es ja öfter in die Hand. Als beste Putzmethode hat sich allerdings die Hosentasche herausgestellt. Wenn man es den ganzen Tag umher trägt, dann ist es immer sauber und poliert, wenn man es aus der Tasche zieht.

Inhalt und Verpackung

Inhalt und Verpackung

Das war’s auch eigentlich schon mit den Bildern. Viel ist eben nicht zu sehen da dieses Gerät nur aus einem riesigen Touchscreen und einer Rückwand besteht. Es besitzt stolze 2 Knöpfe, eine Schaltwippe für die Lautstärke und einen Kippschalter zum Stummschalten. Letzterer hat sich für mich als zweischneidiges Schwert erwiesen. Es ist zwar extrem komfortabel, zwischen Vibration und Klingeln umzuschalten. Aber es ist mir auch schon öfter passiert, dass der Schalter beim Transport in der Hosentasche sich selbst wieder „laut“ geschaltet hat.

Von den beiden Knöpfen ist einer für die Tastatursperre verantwortlich und der andere führt immer zurück ins Hauptmenü. Der Rest wird vollständig über den riesigen Touchscreen bedient, der aus Glas und damit extrem kratzfest ist. Wenn ein Bedienkonzept als intuitiv beschrieben werden kann, dann das des iPhones. Die Menüs sind übersichtlich, nichts wirkt überladen und überall gibt es immer den Button, den man gerade in diesem Moment braucht. Ich konnte mich damit sofort anfreunden.

Was kann es noch, das iPhone 3G?

  • UMTS-Unterstützung und damit zügige Datenübertragung. In Berlin ist man damit fast überall schnell im Internet unterwegs.
  • Ein innovativer Multitouchscreen macht das Zoomen von Bildern und Webseiten zum Kinderspiel.
  • 8Gb Speicherplatz für Musik, Fotos, Plugins,… Gibt es auch mit 16 Gb, kostet aber auch mehr.
  • WLAN für schnelles Surfen zu Hause und an T-Mobile-Hotspots.
  • Extrem gut verarbeitet, alle Teile passen perfekt zusammen und es ist nirgendwo auch nur der Ansatz eines Spalts, wo Staub oder Dreck eindringen könnte.
  • Glas Display und damit extrem kratzfest! Man muss nur darauf achten, dass es nicht zu schnell kaputt geht.
  • Lagesensor. Damit dreht sich automatisch das Display, wenn man das Gerät dreht. Kann auch in Spielen und anderer Software verwendet werden.
  • Internet. Ganz großartig. Internet unterwegs und dann auch noch auf einem sehr großen Display mit einem sehr einfach zu bedienenden Browser und innovativer Zoomfunktion.
  • Email. Wer Internet hat, hat auch Email. Gefällt mir sehr gut, meine Mails immer sofort zugestellt zu bekommen.
  • Endlos viele mehr oder weniger nützliche Applications, die man alle direkt im Appstore kaufen oder kostenlos herunterladen kann.
  • Google Maps als Application mit GPS-Unterstützung. Taugt als Navigation und Orientierung unterwegs echt gut. Aber zu einem echten Navigationssystem für’s Auto ist es noch ein sehr langer Weg.
  • Kalender hat ja heutzutage jeder. Der iPhone-Kalender ist für meine Bedürfnisse echt super.
  • VBB Fahrplan als Application (kostenloser Download)  mit Umgebungssuche durch GPS. Echt genial!
  • natürlich ist ein vollwertiger iPod dabei.
  • Es gibt noch s viele kleine Dinge, über die ich mich jeden Tag freue, aber sie fallen mir gerade alle nicht ein. 🙁

Wo Vorteile sind, da sind auch Nachteile. Davon bietet das iPhone nicht gerade wenige:

  • Der Akku ist echt schwach. Bei normaler Nutzung reicht er 2 Tage.
  • Der Speicherplatz ist begrenzt auf 8 oder 16 Gb je nach Version. Es gibt keine Möglichkeit der Erweiterbarkeit.
  • Manchmal habeich das Gefühl, dass es etwas mehr Rechenleistung vertragen könnte.
  • Akku! Es nervt wirklich, deshalb muss ich es einfach noch einmal aufführen. Schließlich ist er auch fest eingebaut, man kann keine Ersatzakku mitschleppen.
  • Der Schalter für die Lautlosschaltung schaltet sich manchmal in der Hosentasche von selbst wieder auf „laut“.
  • Apple hat viele künstliche Funktionseinschränkungen eingebaut – Funktionen, die seit Ewigkeiten Standard sind im Mobilfunk, werden einfach nicht unterstützt.
  • Eine dieser einschränkungen: Es funktioniert nicht als Modem! Also kann ich es nicht an den Laptop anschließen und dann surfen. Um diese Funktion nutzenzu können, muss man es wohl oder übel hacken.
  • Ähnliches Problem: Es wird nicht als Wechseldatenträger erkannt. Zugriff gibt es nur über iTunes oder Umwege.
  • iTunes nervt mich extrem. Abgesehen davon, dass es total lahm ist, ist es nicht einmal in der Lage, meinen Musikordner auf Neuzugänge zu überwachen. Da braucht man schon wieder Frickeltools.
  • Programme bzw. Applications laufen nicht im Hintergrund. Abgesehen vom iPod gibt es nur Singletasking.
  • Die Kopfhörer klingen schlecht. Das könnte aber daran liegen, dass ich die hier gewöhnt bin.
  • Gezwungene Anmeldung bei iTunes mit Kontodaten und so weiter. Ehrlich gesagt hatte ich nie vor, dort etwas zu kaufen. Nun ja, jetzt habe ich wahrscheinlich meine Seele an Apple verkauft.
  • Die „T9“ Eingabe ist gewöhnungsbedürftig, weil sie keine Vorschläge macht, sondern einfach ersetzt, wenn man sich nicht aktiv wehrt. Seit einem Firmwareupdate ist dieses Feature wenigstens abschaltbar.
  • Mit der Kamera ist kein Blumentopf zu gewinnen. Aber gibt es wirklich Menschen, die Bilder mit der Qualität einer DSLR von ihrem Handy erwarten?
  • Das iPhone unterstützt keine MMS. Hierbei handelt es sich um ein Feature, das ich in der Vergangenheit (auch aus Kostengründen) nie benutzt habe und deshalb nicht vermisse. Bilder verschicke ich jetzt eben per Email.

Fazit: Ich kann zwar immernoch nicht mit dem Laptop ins Internet, brauche das aber aus oben beschriebenen Gründen auch nicht mehr so dringend. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Gerät. Außerdem: Ein Bisschen Unvernunft muss man sich auch mal gönnen, das macht doch erst das Leben aus, oder!?

Ach ja, mein Vertrag bietet laut Aussage des Verkäufers die Möglichkeit, mit einer Zweitkarte und einem UMTS-Stick (ähnlich dem Surf Stick von O2) mit dem Laptop auf den iPhone-Tarif im Internet zu surfen. Seit Fabruar 2009 hat sich wohl das Kleingedruckte geändert und das ist nicht mehr möglich.

03. Februar 2009 von Christian

 
 

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Kommentare, Fragen und Tipps

4 Beiträge zu “Ich habe jetzt ein iPhone – Dabei wollte ich doch gar keins…”

  1. Linus schreibt am 07. Februar 2009 um 20:42:

    Ein wundervolles Gerät!

  2. Endlich eine echte Kamera : Technikfreun.de schreibt am 21. Februar 2009 um 13:46:

    […] hierbei um eine völlig andere Klasse von Kamera handelt. Dieses Bild musste ich übrigens mit dem iPhone aufnehmen, weil ich meine Kameras nicht zur Hand […]

  3. Sony Ericsson Xperia X10 : Technikfreun.de schreibt am 14. April 2010 um 13:00:

    […] das “Flaggschiff” der Konzerngruppe und soll ein direkter Konkurent zum überteuerten iPhone sein, wobei das Sony Ericsson mit 549 Euro auch nicht gerade günstig […]

  4. Die Technikfreunde » Welches Smartphone soll es sein? – eine subjektive Entscheidungsfindung schreibt am 22. November 2012 um 18:37:

    […] ist wieder an der Zeit dass eine Vertragsverlängerung ansteht. Und war vor 4  Jahren noch das iPhone 3G die alternativlose Wahl, so musste es 2 Jahre später einem HTC Desire weichen. Und nun? Der Markt […]

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