Heiraten? Als Technikfreund seine Eheringe selber machen!

Auch Technikfreunde heiraten. Dazu brauchen auch Technikfreunde Eheringe. Und was steht Technikfreunden besser, als die Eheringe auch noch selber zu machen?

Als zukünftiges Ehepaar überlegt man schon einige Zeit zuvor, wie die Trauringe aussehen sollen. Klar, die Idee mit dem Selbermachen der Ringe gab es nicht von Anfang an. Es wurden Kataloge angesehen und ein Juwelierbesuch war ebenfalls ein Programmpunkt bei den Hochzeitsvorbereitungen.

Wie auch immer, kam ein Tipp die Ringe selber herzustellen von einer Freundin. Die verwies uns an eine Goldschmiedin, die auf Ihrer Website anbot, die Ringe an einem Tag in ihrem Beisein selber anzufertigen. Das war natürlich eine tolle Sache, die sofort mit einem Kontakt in die Wege geleitet worden ist.

Für diesen Technik-Weblog ist natürlich interessant, wie die Eheringe letztendlich entstanden sind. Dazu sind ein paar Fotos während der Herstellung entstanden.

Begonnen hat es mit zwei Metallstreifen aus Palladium, denn daraus sollten die Trauringe sein. Auf den ersten Blick kann man sich nicht vorstellen, dass daraus die Ringe für eine Hochzeit und die Zeit danach entstehen sollen.

Zu sagen ist noch, dass sich die Schritte nicht immer in der gleichen Reihenfolge vollziehen, sondern immer an den Formgebungsprozess und die „Ausstattungsvariante“ angeglichen werden.

Roh: Palladium als Streifen

Mit einer Flamme wurde dann erst einmal das Material von den Spannungen befreit, die beim Zuschneiden der Metallstreifen entstanden sind. Dies geschieht mit einem speziellen Brenner, der mit einem Mundstück eine zusätzliche Luftzufuhr ermöglicht und somit eine höhere Temperatur der Flamme zur Folge hat, damit das Metall zum Glühen gebracht werden kann. Dieser Bearbeitungsschritt wurde des Öfteren wiederholt.

Spannungsarmglühen als Arbeitsschritt für zwischendurch

Nun geht es an die Formgebung. Dazu wurde der Streifen Metall in den Schraubstock eingespannt und die Rundung vorgeformt.

Am Schraubstock den Streifen biegen

Mit diversen Zangen, wie zum Beispiel der Halbrundzange, die auch Schienenzange genannt wird, wurde dann fortgefahren, bis ganz grob bereits eine Ringform erkennbar war. Hernach wurde wieder mit dem Brenner geglüht.

Der Ring gebogen, aber noch mit großen Spalt

Eine so genannte Trauringmaschine sorgte dann dafür, dass die Ringe eine richtig runde Form erhielten. Die Trauringmaschine ist eine Art Presse, die die Ringe in halbrunde Kalotten drücken kann und die Ringe rund macht. Dann sehen sie schon echt nach Ring aus. Da die Stoßstellen, an denen der Ring noch offen ist, eine Form aufweisen, die eine große Menge an Material zum Verschließen notwendig machen würde, mussten diese noch bearbeiten werden, damit der Spalt so klein wie möglich wurde. Das geschah mit einer kleinen Säge.

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Verkleinerung des Spaltes

In den Spalt ist dann das Lot hineingekommen, das den Spalt verschließen sollte.

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Einbringen des Lotes

Mit dem Brenner wurde wiederum der gesamte Ring erhitzt bis er glühte, und unter Einsatz des Flussmittels Fluoron ist das Lot eingebracht worden.

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Der Brenner sorgt wieder für hohe Temperaturen

Wenn der Ring glüht, zerfließt das Lot im Spalt

Glühender Ring beim Löten

Um Verunreinigungen und das Flussmittel zu beseitigen, sind die Ringe dann in einem Beize-Bad gelandet. Welche Chemikalien dort drin waren, weiß ich nicht mehr, aber normalerweise wird wohl 10%ige Schwefelsäure benutzt, die hier aber nicht zum Einsatz kam.

Das Beizebad für die Ringe

Nun musste der Grat und das überstehende Lot entfernt werden. Dazu benutzt man eine Feile.
Nun kam die Trauringmaschine abermals zum Einsatz. Dieses Mal aber der obere Teil, also der mit dem man die Eheringe etwas aufspreizen kann. Passproben gehörten dann abwechselnd mit dem Nutzen der Trauringmaschine zu diesem Bearbeitungsschritt.

Die Trauringmaschine in Action

Nun war wieder Feilen angesagt, damit die Eheringe die gewünschte Form erhielten.

Feilen für die Form

Auf den folgenden Bildern sieht man dann, wie die Oberfläche der Ringe immer glänzender wird. Nach der Feilerei nutzt man Schleifpapier, welches immer feinere Körnung aufweist.

Zustand nach der Feilerei

Der Glanz wird immer stärker

Die letzte Phase vor der Politur

Wenn die endgültige Form erreicht ist, sorgt eine Poliermaschine für den Hochglanz an unseren selbst gemachten Eheringen.

Fertig sind die Schmuckstücke

14. August 2009 von Linus

 
 

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