Eigenbau einer LED-Deckenleuchte für den Korridor

Nachdem meine Abschnittsgefahr und ich bereits 8 Monate in der neuen Wohnung leben, konnten eigentlich alle wesentlichen Indoor-Bauprojekte einem gefälligen Ende entgegengebracht werden. Nur im Eingangsbereich der Wohnung prangerte noch immer eine formschöne Glühbirne in einer 50-cent-Baufassung (sog. Leuchtenpendel). Während nun beinahe täglich schnippische Bemerkungen über diesen „Schandfleck“ der Wohnung über mich hereinbrachen, formte sich die Idee mal nicht eine der normalen Lampen zu besorgen, sondern eine eigene Designerlampe zu entwerfen.

Ziel war es, ein zielgerichtes aber gedämpftes Licht für den Eingangsbereich der Wohnung einzurichten, das vor allem beim Heimkommen des einen Bewohners den anderen auf der Couch liegenden nicht blenden dürfe.

Die Vision nahm schnell Gestalt an, wenngleich der Materialkauf noch auf sich warten ließ.
In Ermangelung von Bildern aus der Bauphase, hier gleich mal ein Bild der vorinstallerten Lampe, denn so sah sie in Gedanken ja auch schon aus …

Formschöne Massivholz-Designerlampe

Formschöne Massivholz-Designerlampe

Um eine gedämpfte Leuchtwirkung, jedoch eine gute Bodenausleuchtung auch für den angetrunkenen Heimkehrer zu erreichen, fiel die Wahl auf LED-Spots, die es im üblichen Baumarkt für 40 bis 50 EUR im Dreierpack gibt. Leider ist die Leuchtintensität sehr unterschiedlich, so dass man sich die „Rohlinge“ schonmal gut aussuchen und vor allem im Baumarkt testen sollte. LEDs haben die gewünschte Wirkung – sie leuchten geradlinig nach unten, wenig aber diffus zu den Seiten. Außerdem fand ich einfach, dass das viel cooler aussieht als herkömmliche Spots. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach von den Frontleuchten gängiger Neubau-Schienenfahrzeuge inspirieren lassen …

Im Baumarkt nahm ich dann gleich noch eine 25 x 80 mm Massiv-Buchenholz-Platte mit. Die ist klassischerweise 18 mm dick und schlägt mit 9 bis 10 EUR zu Buche (Geiler Wortwitz!). Das unbehandelte Holz habe ich dann mit einem gelblichen Wachs (habe ich irgendwie von Vatern bekommen) eingesalbt. Vor dem Wachsen habe ich natürlich noch die Löcher für die Spots gebohrt. Dafür gibt es ja die praktischen Lochsäge-Bohrmaschinenaufsätze (bei mir 58 mm Durchmesser).

Tja und dann natürlich die Spots eingebaut, verkabelt und den zugehörigen Trafo auf die Oberseite aufgeschraubt.

Die Rückseite verrät die Verkabelung der 3 LED-Spots und den vorgeschalteten Trafo.

Die Rückseite verrät die Verkabelung der 3 LED-Spots und den vorgeschalteten Trafo.

Vor dem Deckenanbau war ein Testbetrieb mit dem angebrachten Stecker möglich …

Im Lieferumfang der Spots war ein Standard-Netzstecker, so dass die Funktion vor Deckenanbau getestet werden konnte.

Im Lieferumfang der Spots war ein Standard-Netzstecker, so dass die Funktion vor Deckenanbau getestet werden konnte.

Im Anschluss natürlich den Norm-Stecker abgeknappst und das verbleibende Kabelende für die Lüsterklemmeninstallation unter der Decke vorbereitet (Abisolieren usw.). Dann war natürlich noch eine Befestigungsvariante für die Decke auszumachen. Vier Eckbefestigungen waren klar gefordert, aber wie?

In Ermangelung geeigneter und vor allem käuflicher Abstandshalter – irgendwie sowas mit Abstandsrohr und Innengewinde für das Unterschrauben des Brettes – mussten lange Schrauben mit optischen Qualitäten her.

Nach Einholung väterlicher Beratung wurden ca. 100 mm lange TORX-Schrauben auserwählt und vier 50 mm lange Abstandsröhrchen aus einem Aluminiumrohr gesägt. Im Brett wurden noch neben den vier 6-mm-Durchlässen für die Schrauben ca. 2 mm tiefe Bohrungen mit einem Durchmesser von 12 mm an die selben Stellen gesetzt, um die Schraubenköpfe in das Brett eingesenkt aufzunehmen. Dübel in die Decke, Schraube durch Brett und Röhrchen in die Dübel, vorher natürlich den Elektro-Anschluss angeklemmt und fertig …

Die fertig installierte, selbst gebaute Deckenleuchte

Die fertig installierte, selbst gebaute Deckenleuchte

Fertig ist die Designerleuchte, für die Ihr – und sicher ist hier etwas Eigenlob im Spiel – im gut sortierten Fachhandel, sofern Ihr sowas da überhaupt findet :-), weit über 100 EUR berappen müsstet. Zum Abschluss eine Impression bei sonst finsterer Wohnung.

Blendfreie, aber nach unten recht starke LED-Ausleuchtung im Eingangsbereich

Blendfreie, aber nach unten recht starke LED-Ausleuchtung im Eingangsbereich

Abschließend aber aber angemerkt, dass die Bauform mit LEDs nicht für Bereiche geeignet ist, in der man Licht zum Arbeiten braucht. Dafür sind die LEDs nicht hell genug, in diesem Falle können aber auch herkömmliche Halogen-Spots in gleicher Weise verbaut werden.

17. Februar 2010 von Jochen

 
 

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Kommentare, Fragen und Tipps

4 Beiträge zu “Eigenbau einer LED-Deckenleuchte für den Korridor”

  1. Matthes schreibt am 18. Februar 2010 um 08:38:

    Geile Nummer, Jochen! Wat sacht die Lebensabschnittsgefahr dazu?

  2. Linus schreibt am 19. Februar 2010 um 12:18:

    Ja, das würde mich auch mal interessieren 😉

  3. Jochen schreibt am 19. Februar 2010 um 21:19:

    Ja typisch Frau freut sie sich innerlich schon riesig über die neue Leuchte, kann es aber äußerlich noch nicht ganz zeigen 🙂

  4. Unser Balkon soll schöner werden: Beplankung mit Terassendielen : Technikfreun.de schreibt am 10. April 2010 um 21:41:

    […] es mir seit letztem Jahr. Doch handelt es sich bei meiner Wohnungsverschönerung nicht um die Deckenleuchte am Eingang, sondern um etwas anderes. Unser Balkon ist nämlich mit ziemlich hässlichen weißen Fliesen am […]

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