Wlan-g in der Praxis: Kanal überprüfen

Aus aktuellem Anlass möchte ich hier kurz über die Optimierung meines WLANs berichten. Was die Absicherung über SSID-hide, MAC-Filterung und WPA Verschlüsselung mit ausreichender Schlüssellänge betrifft, sollte man heutzutage ja eigentlich Bescheid wissen. Allerdings gibt es neben der Sicherheit auch noch die Geschwindigkeits-Seite.

Ich betreibe hier ein (zugegebenermaßen nicht state-of-the-art) WLAN im 802.11g-Standard. Das Netz ist allerdings nicht nur für Internet zuständig sondern auch für ein verkabeltes NAS mit Drucker und Dateifreigabe für Windows und Linux. Vor einiger Zeit habe ich mir ein Mediacenter-PC auf Win7-Basis in mein Wohnzimmer gestellt. Weil der Router im Arbeitszimmer steht und ich in der Mietwohnung keine Kabel durch die Wände verlegen wollte, wurde er also über das bestehende WLAN vernetzt. Zusätzlich greifen noch 1 Netbook und 3 Smartphones kabellos auf das Netz zu. Soviel also zur Ausgangskonfiguration.

Bis zur Anschaffung des Mediacenters gab es wenig Grund zur Beanstandung. Es wurde gesurft, ab und an mal was kopiert und gedruckt. Alles problemlos. Als dann aber Daten vom NAS auf das Mediacenter mussten, erschienen die von Windows angegebenen  <=1MByte/s bei 54Mbit/s-Wlan krass wenig. 54Mbit/s sollten doch eigentlich 54/8=6,75MByte/s entsprechen. Eine kleine Recherche in der allseits beliebten Wikipedia brachte mich zurück auf den Boden der Tatsachen: Offenbar werden in der Praxis Netto-Datenraten von maximal der Hälfte erreicht. Aber auch wenn man den ganzen IP- und Verschlüsselungs-Overhead mit einrechnet, dann waren meine Übertragungsraten immernoch erbärmlich niedrig. Woran liegt das?

Ein offensichtlicher Störer ist natürlich die Mikrowelle (2,45GHz!), die direkt in der Mitte der Funkstrecke steht. Dann gibt es noch die Betonwände und wegen der gespeicherten Feuchtigkeit offenbar auch Pflanzen (Vielleicht ganz interessant: zu Mikrowelle und Wasser und 2,4GHz). Nicht ganz so gut erkennbar sind allerdings die WLAN-Netze der Nachbarn. Die haben sich seit der Installation meines Routers etwa vervierfacht. Wenn das überall so aussieht, dann kann ich gut verstehen, warum Google auch diese Daten auf seinen Kamerafahrten aufzeichnet. Ideal zur Positionsbestimmung, wenn gerade kein Satellit erreichbar ist.

Je nach WLAN-Modul kann der auf dem Rechner installierte Treiber möglicherweise die Kanäle anzeigen, auf denen die umliegenden Netze senden. Ansonsten gibt es nach kurzer Suche diverse Tools zum Download, mit denen man seine WLAN-Umgebung analysieren kann. Es war also zu erkennen, dass ich mit 3 sehr starken Nachbar-WLANs auf dem selben Kanal (1) gefunkt habe. Da lag der Gedanke des Kanalwechsels auf der Hand. Aus der ursprünglichen Einrichtung war mir noch bekannt, dass die Kanäle im WLAN nicht so strikt voneinander getrennt sind, wie man es vielleicht noch vom analogen Land- und Seefunk gewohnt ist. Und wieder hilft die Wikipedia mit der Erkenntnis, dass die einzigen überlappungsfreien Kanäle 1, 5, 9 und 13 sind (wenn es sich um den g-Standard handelt). Alles dazwischen stört sich gegenseitig mehr oder weniger und sollte deswegen möglichst vermieden werden.

Im meiner Umgebung sendeten die meisten Stationen auf 1, 5, und 6.  Wenn ich mal unterstelle, dass die meisten Leute keine Energie in die Kanalwahl investieren, dann scheinen die Hersteller den Default-Kanal vorbildlich auf einen dieser 4 überlappungsfreien zu legen. Ich habe mich jetzt für die Nummer 13 entschieden. Damit kommt mein WLAN zeitweise auf knapp unter 3MByte/s! In Anbetracht der möglichen Netto-Datenraten und der Sende-Situation in der Wohnung bin ich jetzt sehr zufrieden.

Das Fazit lautet also: Hin und wieder mal den Kanal des heimischen WLANs checken. Man kann einiges an Leistung gewinnen. Das merkt man besonders, wenn man mehr will als nur im Internet sein. Gleichzeitig profitiert auch der Nachbar, wenn mein „Störsender“ entfällt! Win-Win sozusagen.

PS. In meine Umgebung gibt es nur g und g/n-WLANs. Inwieweit sich g mit n beeinflusst (n gibt es ja sowohl in 2,4Ghz als auch 5GHz) habe ich noch nicht so ganz durchdrungen. In Zukunft wird das aber auch Thema werden müssen. Infos dazu sind natürlich absolut wilkommen.

16. Oktober 2011 von Christian

 
 

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Kommentare, Fragen und Tipps

2 Beiträge zu “Wlan-g in der Praxis: Kanal überprüfen”

  1. Linus schreibt am 25. Oktober 2011 um 22:48:

    Super, ich hab das auch mal gecheckt und bin auf Kanal 13 umgestiegen. Mal sehen, ob’s besser wird 😉

  2. Die Technikfreunde » DVD-Spieler Schrott: Nun ein Blu-ray Disc-Player Philips BDP7600 schreibt am 24. Juni 2012 um 15:09:

    […] MAC-Adressen müssen dem Router mitgeteilt werden – auch für den Standard DNLA notwendig. Wo wir schon beim nächsten Feature sind. Man kann nämlich per WLAN tolle Spielereien veranstalten. Dazu gehört der Zugriff auf den im Netzwerk angeschlossenen Computer, auf dem Multimediadateien abgelegt sind. Das heißt, man muss den Laptop nun nicht mehr an den TV anschließen, wenn man einen Film sehen möchte, der auf ihm abgespeichert ist. […]

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