Fiber to the Home

Mit den immer zahlreicheren technischen Möglichkeiten, die vorhandenen Kabelnetze für Telekommunikationsdienste zu nutzen, wachsen auch die Ansprüche an die Übertragungskabel selbst. Waren bisher Kupferkabel der Standard, der ausgereicht hat, Bandbreiten bis 50 MB/Sekunde im Download zu ermöglichen, reicht dieses Material nicht mehr hin, höhere Leistungen, wie sie zum Beispiel für die Übertragung von 3-D-Fernsehen oder das Herunterladen aufwendiger Spielfilme nötig sind, zu bewerkstelligen.

Glasfaserkabel sind das begehrte Material der Zukunft für die Telekommunikationsübertragung, wobei schon ein Großteil des heutigen Netzes mit dieser Technologie ausgestattet ist. Was noch fehlt, ist das letzte Teilstück vom Verteilerkasten im Stadtviertel (Fiber to the Cabinet) hin zum Anschluss in jeder einzelnen Wohnung, was mit Fiber to the Home (FTTH) gemeint ist. Dieses letzte Teilstück wird auch als „die letzte Meile“ bezeichnet.

Für dieses wichtige Endstück haben sich die Anbieter für Telekommunikationsdienste auf gemeinsame, wenn auch nicht rechtsverbindliche Standards geeinigt. Weil die Biegsamkeit von Glasfaserkabeln im Heimbereich naturgemäß besser sein muß als für die überregionale Versorgung, wird hier der Standard ITU-T-G.657B gefordert. Er schreibt grob gesagt die Biegsamkeit von Kupferkabel, aber die optische Leistungsfähigkeit von Glasfaserkabeln vor. Damit sollen laut Telekom bis Ende 2011 eine Reihe ausgesuchter Städte wie Potsdam, Hannover, Offenburg oder Braunschweig ausgerüstet sein und in der Perspektive bis zu 1 GB/s im Download und annähernd 0,5 GB/s im Upload ermöglichen.

Das FTTH Council Europe ist ein Zusammenschluss der führenden Netzwerkausrüster und beobachtet den Fortschritt des Ausbaus der Glasfasernetze in Europa. Leider wird Deutschland in diesen Berichten als eines der am schlechtesten versorgten Gebiete bezeichnet. Erst zirka 150.000 Telekomkunden sind mit solchen Hochgeschwindigkeitsnetzen ausgestattet, andere Firmen als die Telekom beteiligen sich gar nicht erst an diesen Investitionen. In ganz Europa verfügen inzwischen 3,9 Millionen Kunden über diese Technik. Mit der obigen Initiative versucht die Telekom jetzt, Boden gut zu machen und den Standard flächendeckend anzuheben. Um die Preise markttauglich zu halten, werden gestaffelte Geschwindigkeiten, etwa 100 MB/s beziehungsweise 200 MB/s mit jeweils angepassten Preisen angeboten. Laut Mitteilungen der Bundesregierung sollen bis spätestens 2014 für 75 Prozent der Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 MBit/s zur Verfügung stehen.

12. November 2011 von Stefan

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Abgelegt unter Heimtechnik | Kommentare (1)

 
 

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Kommentare, Fragen und Tipps

Ein Beitrag zu “Fiber to the Home”

  1. Raphael schreibt am 30. Dezember 2012 um 01:11:

    Hallo Technikfreun.de

    Wenn die Datenraten tatsächlich bei einem Gigabyte pro Sekunde lägen, wäre das fantastisch, das wären dann nämlich 8.000.000 kBit/s und das wäre 500x soviel wie DSL heute. Leider ist dem aber nicht so und das ist noch fernere Zukunft als FTTH. Tatsächlich liegt die Datenübertragung bei 1+ Gbit/s im Downstream. Das heißt wiederrum das es „nur“ 125.000 kBit/s und damit siebenfaches DSL ist. Der einzige mir bekannte Provider der das anbietet ist Unitymedia mit der Speed-Download-Option, welche Download-Geschwindigkeit von bis zu 150 Mbit/s, aber auch hier sind es wieder Mbit und keine MB die pro Sekunde durch die Leitung jagen. Während der durchschnittliche Download-Speed weltweit bei 580 Kilobyte pro Sekunde (KB/s) beziehungsweise 4,64 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) liegt, kommt das sehr gut mit Breitbandzugängen erschlossene Südkorea auf einen Durchschnittswert von 2.202 KB/s. Siehe http://chartsbin.com/view/2484

    MfG Raphael

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