So kommt mein Auto gut durch den Winter

Jeden Spätherbst stellt sich erneut die Frage, ob man sein Auto halbwegs fit für den bevorstehenden Winter gemacht hat. Im Laufe der Zeit habe ich dieverse Maßnahmen ausprobiert. Einige haben sich bewährt, andere nicht. Zuvor sollte man erwähnen, dass diese Mittel für das Abstellen im öffentlichen Straßenland geeignet sind – auf Abstellplätzen im Freien mit bspw. Stromanschluss sind natürlich viele konfortablere Sachen möglich.

Prinzipiell sind bekanntermaßen Winterreifen am Fahrzeug zu montieren: von O bis O (Oktober bis Ostern).

Neue Wischerblätter für die nasskalte Jahreszeit sind auch zu empfehlen. Am Opel Zafira kommen Nachrüstwischer von Markenherstellern zum Einsatz. Ein Billig-Scheibenwischer hat vor kurzem so geklackt beim Wischen, was nur noch genervt hat. Ein zufriedenstellendes Ergebnis bieten so schmalen Flachbalkenwischer.

Gelegentlich sollte man die Kontaktflächen der Türgummis mit Vaselin einreiben. Das verhindert, dass die Türen bei Minus-Temperaturen an den Gummis festkleben.

Sehr zu empfehlen sind zwei Tinkturen, die man an den Scheiben anwendet. Eigentlich sind sie für Visiere an Motorradhelmen (daher kenn ich sie), aber an den Scheiben sorgen sie für Beschlagfreiheit (innen) und weisen das Wasser außen ab. Diese Tinktur wende ich aber nur an den Seitenscheiben und Rückspiegeln (außen) an, das sonst die Wischerblätter rubbeln.

Kommen wir nun zu den wiederkehrenden Maßnahmen beim Abstellen. Zu aller erst: Niemals an der Frontscheibe das Eis abkratzen! Kratzer, die die Sicht behindern, sind grauenvoll und verkehrsgefährdend. Der Ford Focus hatte so eine zerkratzte Frontscheibe vom Vorbesitzer – sogar die Rückspiegel (mit Heizung eingebaut!) waren völlig zerkratzt. Sinnvoll und preiswert erscheint das Anbringen einer Folie, die man beim Parken links und rechts in die Türen einklemmt. Das verhindert wirkungsvoll ein Einfrieren. Wenn doch mal Eis auf der Frontscheibe ist, hilft ein Pumpspray mit Eislöser. Das liegt immer im Auto.

Weitere Maßnahme beim Abstellen: Man klemmt Korken einer Weinflasche unter die Wischerarme. Das verhindert ein Anfrieren der empfindlichen Scheibenwischerblätter an der Scheibe. Beim Bild nicht wundern: der Opel Zafira hat gegenläufige Scheibenwischer.

Korken unter die Wischerarme gegen Anfrieren der Gummis an der Windschutzscheibe

Korken unter die Wischerarme gegen Anfrieren der Gummis an der Windschutzscheibe

Gegen Beschlagen und Wiedereinfrieren der Frontscheibe hilft eine in der Wohnung aufgefüllte Wärmflasche. Heißes Wasser genügt meist schon. Kochendes Wasser ist besser. Man sollte sich aber vergewissern, dass ds Armaturenbrett nicht leidet. Der Effekt ist einfach: warme Luft steigt nach oben und hält die Scheibe beschlagfrei, bis der Motor warm ist und die Abwärme nach einigen Metern für die Scheibe genutzt werden kann. Mit der Anti-Beschlag-Tintur übrigens gar nicht mehr nötig…

Wärmflsche gegen Beschlagen der Frontscheibe im Auto

Wärmflsche gegen Beschlagen der Frontscheibe im Auto

Dann kommen wir zu den Dingen, die sich nicht bewährt haben. Bis jetzt jedenfalls. Dazu gehört eine Heizmatte, angesteuert mit einer Zeitschaltuhr. Problem: extra Stromquelle nötig und die Zeitschaltuhr Marke Billigschrott hat von Hause aus einen Wackelkontakt und vergisst alles. Viel zu umständlich das alles. Mit der Folie von oben geht das viel besser und man muss nicht mal irgendwas aufladen.

Ein externes Warmluftgebläse auf dem Armaturenbrett hat sich als zu schwach herausgestellt. Aßerdem verrutscht es immer. Anschrauben möchte man ja nichts da oben.

Absoluter Quatsch ist es, etwas vor den Kühler zu hängen. Sieht man ja heutzutage noch, wie früher auf Straßen der DDR. Wie mancher Technikinteressierte weiß, hat ein modernes Auto ein Thermostat im Kühlkreislauf, welches erst ab einer bestimmten Temperatur den vorderen Kühlkreislauf mit dem Kühler am Grill zuschaltet. Optisch macht aber so eine Pappe vorn am Auto immer etwas her 😉

 

20. Dezember 2012 von Linus

 
 

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Kommentare, Fragen und Tipps

3 Beiträge zu “So kommt mein Auto gut durch den Winter”

  1. Stefan schreibt am 22. Dezember 2012 um 10:36:

    Ich versuche im Winter so oft es geht das Auto stehen zu lassen. Dann muss ich mich nicht mit Eiskratzen und beschlagenen Scheiben ärgern.

  2. Christian schreibt am 23. Dezember 2012 um 02:19:

    Ja, Kurzstrecke ist tödlich. Besonders im Winter aber auch sonst. Abgesehen davon kann ich einen Handfeger als Winterzubehör nur wärmstens empfehlen. Ich hab so ein Teil für 3€ vom Netto, wo gleich noch ’nen Eiskratzer angebaut ist. Ich gehöre nämlich zu denen, die sich keine Gedanken um zerkratzte Scheiben machen. 😉
    Der Handfeger hilft ungemein beim „Ausgraben“ des Fahrzeugs. Meine Erfahrung:
    -10 Grad. Schnee in der Nacht. Morgens Scheibe frei gekratzt. Seitenscheibe und Hechscheibe frei. Motor kalt. Los. Schnee fliegt in großen Brocken von der Stoßstange und Motorhaube auf die Scheibe. Wischer. Wischer schmieren stark weil auch irgendwie gefrohren. Motor immernoch kalt. Scheibenwaschanlage. 2 Düsen zugefrohren. Die anderen spritzen mehr schlecht als recht die Scheibe frei. Wischer tun ihr übriges. Freie Sicht für 30 Sekunden. Motor kalt. Alkohol aus Scheibenwaschmittel verdunstet. Wasserfilm auf der Scheibe beginnt wunderschöne Kristalle zu bilden. Sicht nahe null. Motor kalt. Anhalten. Kratzen.
    Und die Moral: Fahrzeug vorher komplett frei fegen mit einem Handfeger. Danach losfahren und auf keinen Fall die Waschanlage nutzen, bevor der Motor Betriebstemperatur hat.

  3. Linus schreibt am 23. Dezember 2012 um 20:35:

    Stimmt, Handfeger hab ich vergessen. Ist auch immer im Auto. Ist genau dafür da, nicht nur mit einer Schießscharte in der Windschutzscheibe durch die Gegend zu fahren, wenn es mal geschneit hat…

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